Newsletter
 

SAY MY NAME, SAY MY NAME / Olivia Hyunsin Kim/ddanddarakim

saymyname

© Christian Cattelan

Künstliche Intelligenzen (KI) wie Apples "Siri", Microsofts "Cortana" oder Amazons "Alexa" werden mehr und mehr zu wichtigen Bestandteilen unseres Alltags. Sie haben als unsere neuen Sekretär*innen und Haushilfen einen festen Platz in unserer Hosentasche, in unserem Haushalt und an unserem Arbeitsplatz gefunden. „The future is female“, jedoch nicht wie ich sie mir vorgestellt habe. Als Donna Haraway 1984 ihren berühmten Essay „A Cyborg Manifesto“ veröffentlichte, hofften die intersektionalen Feminist*innen, dass Cyborgs als hybride Wesen ohne eindeutige Geschlechtszuordnung – Verknüpfungen von Organismus und Maschine – die Verkörperung einer Zukunft ohne Identitätspolitiken sein könnten und dadurch als Modelle zur Überwindung von Sexismus oder Rassismus dienen könnten. Trotz des enormen Fortschritts in Sachen KI lässt sich beobachten, dass nach wie vor heteronormative und binäre Geschlechterdifferenzierung betrieben und verfestigt wird. Denn die KIs sind im Verbraucher*innenalltag durch Namens- und Stimmgebung zumeist als weiblich markiert. Als männlich gekennzeichnete KIs hingegen werden im Medizin- oder Finanzbereich eingesetzt. Die Klassifizierung von reproduktiver und/oder emotionaler Arbeit, die sogenannte „Care-Arbeit“ oder „Sorge-Arbeit“ als „weibliche Tätigkeit“ manifestiert sich auch hier. In unserer Recherche möchten wir diesem Phänomen nachgehen. Dabei wollen wir auch das Potential der KI untersuchen, die als (nicht-menschliche) Körper Identitätspolitiken nicht ausgesetzt zu sein scheinen. Besonders im Tanz, wo der menschliche Körper und dessen Identitäten, markiert z.B. durch Ethnizität oder Behinderung, immer noch eine zentrale Rolle spielen, kann KI einen als „normal“ angesehenen, menschlichen Körper in Frage stellen und einen Raum jenseits normierender Identitätspolitiken erschaffen. Diesen Raum wollen wir gerne mit der KI erforschen. Welche Möglichkeiten gibt es, die KI als Hauptakteur*in eigene Choreografien im Theater kreieren zu lassen? Wie sehen sie aus? Wie wird der Zeitgenössische Tanz dadurch beeinflusst?

Premiere 12.September 2019 | 20.30 Uhr | Sophiensaele
Weitere Vorstellungen:
13.-15.September 2019 | jeweils 20.30 Uhr
Tickets: 15 €/10 € | sophiensaele.reservix.de

ddanddarakim.net  |  sophiensaele.com

KÜNSTLERISCHE LEITUNG, CHOREOGRAFIE, PERFORMANCE Olivia Hyunsin Kim
PERFORMANCE Zwoisy Mears-Clarke
KLANGKOMPOSITION Martyna Poznańska
LICHT, VIDEO Jones Seitz
AUSSTATTUNG Kristin Gerwien
ASSISTENZ why elliy
DRAMATURGIE, PRODUKTIONSLEITUNG Melmun Bajarchuu

Eine Produktion von Olivia Hyunsin Kim/ddanddarakim. Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds, dem Kulturamt Frankfurt am Main, Arts Council Korea, der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Dieses Projekt ist Teil des Residenzprogramms schloss bröllin e.V., unterstützt durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald. Mit freundlicher Unterstützung von c-base, Tanzfabrik Berlin, TATWERK | Performative Forschung, Theaterhaus Berlin Mitte und der Stadtbibliothek Reinickendorf. Medienpartner: taz. die tageszeitung

OLIVIA HYUNSIN KIM schloss ihren Master in Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen und der HfMDK Frankfurt mit Auszeichnung ab. Als ddanddarakim arbeitet sie mit verschiedenen Künstler_innen kollaborativ zusammen. Zurzeit arbeitet sie an der MeMe-Serie, die sich mit dem Exotismus im Bezug auf nichtweiße, „andere” Körper beschäftigt. she came, she saw, she said:meme (Teil 1) und MeMe – I see. Ah! (Teil 2) und Miss Yellow and Me – I wanna be a musical (Teil 3) wurden u.a. in den Sophiensælen, Mousonturm Frankfurt, Museo Unversitario del Chopo Mexico gezeigt und als eines der besten Stücke Hessens ausgewählt.