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EPISODIO / Federico Vöcks de Schwindt

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© Federico Vöcks de Schwindt

Mit Leichtfüßigkeit und abgründigem Humor begeben sich Federico Vöcks de Schwindt und sein Ensemble in EPISODIO in eine Welt, in der jeder Schritt unauflöslich vom Markt beeinflusst und instrumentalisiert wird.

»Alright so here we are in front of the elephants.
The cool thing about these guys is that they have really, really, really long trunks.
And that’s, that’s cool. And that is pretty much all there is to say.«

Dies sind die ersten jemals in einem YouTube-Video gesprochenen Worte. In dem im Jahr 2005 hochgeladenen lediglich 18  Sekunden dauernden Clip steht ein Mann vor dem Elefantengehege eines Zoos und spricht sie in die Kamera. Diese Worte können aus heutiger Perspektive als ein unbewusstes Manifest für die Plattform gedeutet werden, die sich seither zu einem der größten Player in der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie entwickelt hat. In der Logik der Plattform wird alles – Szenen von Gewalt, extreme politische Positionen, menschliches Leid und Freude, Fake News, das Unboxing eines Produkts oder Bilder einer Naturkatastrophe – zum Platzhalter für Werbung.

»Episodio« geht dem lähmenden Vakuum und der Verwirrung auf den Grund, die verspürt, wer sich über Stunden treibend durch einen Algorithmus von Video zu Video führen lässt. Wie dringt die Logik des neoliberalen Markts in unser persönliches Narrativ der Welt ein? Was ist noch Realität und was sind nur Videos? Wo sind die Grenzen?

Federico Vöcks de Schwindt und sein Ensemble entwickeln mit Leichtfüßigkeit und abgründigem Humor eine episodische Erzählung, die in mehreren Sprachen und assoziativen Verknüpfungen durch die Lebensfragmente ihrer Charaktere führt. Manchmal tragisch, manchmal absurd versuchen sie ihren Weg in einer Welt zu finden, in der jeder Schritt unauflöslich vom Markt beeinflusst und instrumentalisiert wird.

 

Künstlerische Leitung und Inszenierung: Federico Vöcks de Schwindt
Performance: Alan Ciwan, Gabriela Turano, Emiliano Passaro, Tanja Watoro
Dramaturgie: Ricardo Leandro Sarmiento
Kostüm- und Bühnenbild: Maja Avnat
Lichtdesign: Wenzel Vöcks de Schwindt
Regieassistenz: Ailin Formia

Eine Produktion von Federico Vöcks de Schwindt in Koproduktion mit dem Theaterdiscounter in Kooperation mit TATWERK | Performative Forschung.

Premiere:
TBA
TD, Berlin

Federico Vöcks de Schwindt studierte Regie an der Universidad Nacional de las Artes in Buenos Aires (Argentinien). Seine professionelle Karriere begann er in der lebendigen Freien Szene von Buenos Aires, wo er Stücke von bekannten Autoren (u. a. „Bluthochzeit“ von Federico Garcia Lorca, 2008, Teatro del Viejo Palermo; „La habitación“ nach Harold Pinter, 2009, UNA) sowie seine eigenen Werke (u. a. „Seguridad“, 2012, Teatro el Excéntrico de la 18) inszenierte. Seit 2015 lebt und arbeitet Federico in Berlin. Frei zwischen Schauspiel und Dokumentartheater bewegend, inszenierte hier u. a. im Jahr 2018 die Schauspiel-Ensemblearbeit „Artes Moriendi – ways of dying“ (Performing Arts Festival Berlin, TATWERK | Performative Forschung) und im Jahr 2017 den Monolog „Hawaiian Fragments“ (Acker Stadt Palast). Mit „EPISODIO“ gibt er sein Debüt am THEATERDISCOUNTER.
federicoschwindt.com