Künstlerische Residenz im Gräfekiez und im TATWERK
Für die künstlerische Residenz im Rahmen des Neighborhood Committee of Care werden Projekte gesucht, die in direkter Interaktion mit dem Gräfekiez stehen und einen partizipativen Charakter haben. Wichtig sind die Verbindung zum Kiezleben und die Bereitschaft des Projekts, sich mit der inhärenten Diversität des Kiezes zu beschäftigen und in Dialog mit den Menschen zu treten, die dort leben und arbeiten.
Die Residenz findet primär im öffentlichen Raum oder an sogenannten dritten Orten in der Nachbarschaft statt. Es ist explizit gewünscht, dass die vorgeschlagenen Projekte bereits Kontakt zu einem lokalen Kooperationspartner haben oder so gestaltet sind, dass sie von Initiativen, Geschäften, Lokalen etc. eingeladen werden können, um in deren Räumlichkeiten umgesetzt zu werden.
Es gibt keine Einschränkung bezüglich der Kunstsparte oder -sprache.
Entlastet von dem Druck, „produzieren zu müssen“, kann die*der Künstler*in während der Residenzzeit bereits erprobte Praktiken weiter vertiefen und festigen oder neue Ansätze erforschen.
Das Neighborhood Committee of Care (NCC) setzt sich aus Nachbar*innen des Gräfekiez zusammen. Während regelmäßiger Treffen spricht das NCC über seine Nachbarschaft, darüber, was die Menschen im Kiez beschäftigt, und darüber, welches künstlerische Projekt sie sich dort wünschen.
Für diesen Open Call bedeutet das: Nachbar*innen aus dem Gräfekiez lesen deine Bewerbung und entscheiden darüber, ob sie dein Projekt in ihrem Kiez realisieren wollen.
Was sind wichtige Themen, die im Mikrokosmos des Gräfekiezes verhandelt werden?
Wie kann deine künstlerische Arbeit ein Forum für Diskussionen sein, unerwartete Wege freilegen, um kritische Punkte zu erkennen oder auch mögliche Lösungen zu finden?
Die Idee des Neighborhood Committee of Care wurde ursprünglich von unserem langjährigen Kooperationspartner Milano Mediterranea in Mailand entwickelt. 2025 konnten wir in einer internationalen Kooperation zwischen TATWERK in Berlin, Szendvicsbár in Budapest und Milano Mediterranea in Mailand in allen drei Städten Nachbarschafts-Committees bilden, die sich in regelmäßigen Treffen über ihre Nachbarschaft austauschten und jeweils ein künstlerisches Residenzprojekt auswählten.
Die drei ausgewählten Projekte wurden im Oktober 2025 beim Festival Twiza in Mailand präsentiert. Dieses Jahr führt TATWERK das Neighborhood Committee of Care in Berlin weiter.
Residenzzeitraum: 21. September bis 09. Oktober 2026
Wen wir suchen
- Einzelkünstler*innen
- Künstler*innen mit Arbeits- und Lebensmittelpunkt in Berlin
- Künstler*in mit Forschungsinteresse am öffentlichen Raum, an partizipativen Prozessen und an den Machtverhältnissen innerhalb des Stadtgefüges
- vorzugsweise Künstler*innen, die noch nicht mit dem TATWERK zusammengearbeitet, aber Interesse an einer nachhaltigen Beziehung mit dem TATWERK haben
- vorzugsweise Künstler*innen, die aufgrund von Diskriminierung meist von Förderungen ausgeschlossen sind
Künstler*innen, die zum Zeitpunkt der Residenz an einer Hochschule eingeschrieben sind, können sich leider nicht bewerben.
Was wir bieten
- Stipendium in Höhe von 2000 € für den gesamten Residenzzeitraum
- Kick-off-Treffen mit dem NCC im Gräfekiez (Anfang Juli) sowie regelmäßiges Mentoring und dramaturgische Beratung durch das kuratorische Team
- nach Absprache und sofern verfügbar Zugang zum Studio des TATWERK während des Residenzzeitraums
- einmalige professionelle Foto- und Videodokumentation der Residenz zur weiteren Nutzung
- Verknüpfung mit den Netzwerken des TATWERK zur Fortsetzung der Recherche
Wie wir auswählen
Die Auswahl der*des Residenz-Künstler*in wird vom NCC getroffen. Der Prozess wird vom kuratorischen Team der Residenz, Aurora Kellermann und Aru Ray Tormann, geleitet.
Die wichtigsten Auswahlkriterien sind:
- Relevanz des Projekts für das Viertel und dessen Einwöhner*innen (durch das NCC vertreten)
- Zugänglichkeit des Prozesses
- künstlerisches Konzept zur Umsetzung des vorgeschlagenen Forschungsprojektes und realistische Darstellung der eigenen Kompetenz, die beschriebenen Fragestellungen zu bearbeiten
- Fähigkeit zum Dialog mit den verschiedenen Gemeinschaften
- allgemeine Durchführbarkeit des Konzepts
- Ressourcenbewusstsein
Checkliste
- Du bist in Berlin gemeldet.
- Der Schwerpunkt Deiner Arbeit liegt in Berlin.
- Du bist nicht an einer Hochschule eingeschrieben.
- Du bist während des vollständigen Residenzzeitraums inkl. Kick-off-Treffen mit dem NCC verfügbar.
Für die Auswahl werden nur vollständige Bewerbungen berücksichtigt.
Bewerbungsschluss: 12. April 2026
Fragen zur Bewerbung gerne an: aru@tatwerk-berlin.de
Alle Künstler*innen erhalten bis Anfang Juni Rückmeldung, ob sie für die Residenz ausgewählt wurden.
Bewerbung
Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin.
