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Tatwerk / vecteezy.com

Tanz-Residenz im TATWERK und im Volkspark Hasenheide

Das Residenzprogramm UNKNOWN GEOGRAPHIES fokussiert somatische und choreografische Praktiken in Konversation mit dem öffentlichen Raum und städtischer Ökologie. Arbeitsort während der Residenz ist sowohl der Volkspark Hasenheide als auch das Studio im TATWERK, so dass die körperlichen Dimensionen des urbanen Raums tiefgreifend untersucht werden können. Der kuratorische Fokus von UNKNOWN GEOGRAPHIES liegt auf somatischen und choreografischen Praktiken, die Umwelt, Gemeinschaft und Nachbarschaft mit posthumanistischen Erkenntnissen und inklusiven Konzepten von Handlungsfähigkeit verknüpfen. Wir suchen nach Recherchen und Projekten, die sowohl ökologisch nachhaltig als auch sozial gerecht sind und die Vielfalt menschlicher und nichtmenschlicher Erfahrungen und Ausdrucksformen wertschätzen und fördern.

Die erste ausgewählte Künstler*innengruppe ist das elsewhere enseble, bestehend aus Órla Fiona Wittke, John Shades und Adamou Bance, die mit ihrer Recherche: zoning out (wt).

Ein typischer europäischer Stadtpark ist in Zonen aufgeteilt. Der Volkspark Hasenheide hat viele davon. Jede Zone zeichnet sich durch von Menschen geschaffene Abgrenzungen aus, innerhalb derer gilt es sich zu verhalten und einem gemeinschaftlichen Regelsystem einzugliedern. Nicht alle haben Zugang zu jeder Zone, sie sind exklusiv. Wir wollen die Zonen des Volkspark Hasenheide und die Schwellen zwischen ihnen erkunden. Können wir sie – als Menschen mit Körpern und sinnlichen Wahrnehmungen – durch Bewegung und Choreografie aufbrechen? Können wir ein utopisches Konzept eines Parks jenseits von Raum und Zeit entwerfen, der sich wie das Universum ausdehnt – ein Ort, der nie statisch ist, wo Zonen keine Rolle spielen, nur Verbindung und Zusammenarbeit, die frei fließen? Wir verschmelzen mit den Menschen, den Tieren, den Pflanzen, Myzelen, Bäumen, Erde, Wurzeln, Mikrobiomen, Zigarettenstummeln und weggeworfenem Plastik, dem Pollen an den Beinen der Biene, dem Gefühl des Sommers und den Erinnerungen eines Fremden, den wir nie getroffen haben.

Die zweite ausgewählte Künstler*in ist Sanscha, mit der Recherche: Weathering Bodies.

Weathering Bodies erforscht Klimaresilienz und queere Körperlichkeit durch somatische Praktiken in der Hasenheide. Der Volkspark Hasenheide ist ein Raum, in dem Maßnahmen zur Klimaanpassung sichtbar machen, wie Umwelt gestaltet, reguliert und geschützt wird – und für wen.

Vor dem Hintergrund eines erstarkenden gesellschaftlichen Konservatismus frage ich, wie sich Anpassung, Schutz und Resilienz somatisch manifestieren: in Haltung, Bewegung, Rückzug, Sichtbarkeit oder Widerstand.

Der queere Körper wird in diesem Projekt als sensitives System verstanden, das – ähnlich wie ein urbanes Ökosystem – auf Druck, Verknappung und Verschiebungen reagiert. 

Welche Strategien entwickeln Körper, um unter veränderten klimatischen, sozialen und politischen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben?


Grafik von Aurora Kellermann basierend auf einer Vectordatei von vecteezy.com.
Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin.

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