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Mädchenorchester

  • spreeagenten
  • 29. August 2019
  • Heimathafen | Berlin

Das Räderwerk der Vernichtungsmaschinerie Auschwitz dreht sich – begleitet von Orchestermusik. Musizieren auf Befehl, musikalische Zwangsarbeit. Frauen im Alter von 16 bis 40 Jahren sehen unvorstellbares Grauen und müssen dazu aufspielen.

Kooperation
Foto eines Sonnenlicht-Schattenspiels auf Papier. Es sind Silhouetten von Streichinstrumenten und Menschen zu sehen. © spreeagenten

Die Musik erfüllt Funktionen: Sie ist Ausdruck der Macht der Nationalsozialisten, sie koordiniert und rhythmisiert Arbeit, sie beruhigt und quält, sie dient der Unterhaltung und Entspannung der SS-Offiziere. Die Frauen müssen funktionieren, sie spielen um ihr eigenes Leben.

Wenn wir nicht gut spielen, kommen wir ins Gas.

Alma Rosé, 2. Dirigentin des Mädchenorchesters

Das zeitgenössische Musiktheater der spreeagenten widmet sich den Erinnerungen von Zeitzeuginnen, die Mitglieder des Frauenorchesters von Auschwitz waren. Es entsteht ein grenzüberschreitender Dialog zwischen Text und Musik; klassischem Repertoire und elektronischer Neukomposition; zwischen Vergangenheit und Gegenwart; Zeitzeuginnen, Ensemble und Publikum zu den Fragen »Wie kann man überleben?« und »Was bedeutet mir meine Kunst?«

Wir haben gezittert und geweint, uns sind die Tränen runter gelaufen.

Du konntest den Menschen nicht helfen, du wusstest, die gehen jetzt ins Gas und du musst da stehen und musst spielen.

Esther Bejarano

Eine Gruppe junger Darsteller*innen und Orchestermusiker*innen bilden gemeinsam mit Profis aus den Bereichen Schauspiel und Gesang das Ensemble. Sie werden zum Klangkörper der Erinnerungen der Musikerinnen von Auschwitz und ihrer individuellen persönlichen und künstlerischen Verarbeitung über das Ende des Zweiten Weltkrieges hinaus.

Man kann Musik nicht beschmutzen. Musik ist unberührbar, das ist das Wunderbare, das ist die Kraft der Musik.

Anita Lasker-Wallfisch

Eine Produktion der spreeagenten in Kooperation mit der Ernst-Haeckel-Schule Berlin-Hellersdorf, dem Jugendorchester der Schostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg, dem Jugendkammerorchester Berlin e.V., TATWERK | Performative Forschung und dem Heimathafen Neukölln.
Gefördert durch den HAUPTSTADTKULTURFONDS und aus Mitteln des Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung.
Wir danken dem "Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE e.V.“ für die finanzielle Unterstützung, dem Staatlichen Museum und Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und dem Theaterhaus Mitte.

Medienpartner ist die taz. die tageszeitung. 

Video »Mädchenorchester«
Trailer »Mädchenorchester«

Termine

Premiere:
29. August 2019
19 Uhr
Heimathafen Neukölln | Berlin

Weitere Vorstellungen:
30. August 2019
20 Uhr
Gesprächsrunde im Anschluss an die Vorstellung

19. September 2019
19 Uhr
im Anschluss an die Vorstellung - Austauschformat „Kartographie“ mit Theaterscoutings Berlin
Jede* und jeder* ist eingeladen, die Bühne mit eigenen Gedanken, Erinnerungen und Fragen zu erkunden und individuelle Aufführungserlebnisse in einem anschließenden Gespräch zu teilen.
Autor*innen: Geheime Dramaturgische Gesellschaft. Durchführung: Anna-Sophie Fritsche

20. September 2019
20 Uhr
Gesprächsrunde im Anschluss an die Vorstellung

Heimathafen Neukölln | Berlin

14. November 2019
19 Uhr
Oświęcim | Auschwitz

Mitwirkende

Schauspiel: Sonja Kessner
Sopran: Anna Langner
Junges Ensemble: Lea Böhm, Elli (Liam) Drews, Mounir El-mohamad, Denise Priegnitz, Emelie Stein, Rudi Stein, Jardel Tibusseck
Orchester: Josephin Berger, Cornelius Bernitzky, Gabriela van Dijk, Jonas Fink, Yves Hachenberger, Anne Hänisch, Luise Homann, Sophie Irmer, Hanna Ittner, Rebecca Meisel, Sophie Oberschmidt , Leon Pester, Adrian Petersen, Lukas Postulka, Tobias Ronneberg, Florian Schumann, Birte Tröger, Emeli Tröger, Therese Wegerich, Nele Wolf, Olga Yanchuk
Konzept, Text, Regie: Susanne Chrudina
Komposition, Musikalische Leitung: Munsha
Orchesterleitung: Till Schwabenbauer
Ausstattung: Stefan Oppenländer
Dramaturgie: Sabine Salzmann
Produktionsleitung, Regieassistenz: Chris Wohlrab
Musikwissenschaftliche Mitarbeit, Dirigat: Gabriela van Dijk
Pädagogische Begleitung: Jördis Gierig
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Nora Gores
Filmdokumentation: Branka Pavlović
Grafik: Ulrich Kochinke
Hospitanz Technik: Tjark Lasch

Biographie

Die spreeagenten, gegründet 2007, sind eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstler mit Sitz in Berlin, die Theaterprojekte und Performances im In- und auch Ausland (z.B. Rumänien, Tschechien, Serbien) realisieren. Dabei wird der internationale, interkulturelle und interdisziplinäre Dialog gesucht. Häufig entwickeln die spreeagenten Inszenierungen für Nicht-Theater-Orte oder ortsspezifische Projekte. Einen Schwerpunkt bilden recherchebasierte Produktionen und Formen des dokumentarischen Theaters. Viele Inszenierungen entstehen als Stückentwicklungen oder als Stückaufträge an Autor*innen. International zusammengesetzte Ensembles und die Zusammenarbeit mit internationalen Künstler*innen und Kooperationspartner*innen sind Bestandteil vieler Produktionen. Ebenso werden aber auch Laienensembles gebildet, oder professionelle und nicht-professionelle Darsteller*innen gemeinsam auf die Bühne gebracht.
www.spree-agenten.de